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Montag, 19.12.2011 18:36 Alter: 6 Jahre
Kategorie: Aktuelles

Lesenacht Klasse 7d


Novemberschnee im Dezembersturm – Die Lesenacht der 7d

 Mit Riesengepäck rückten wir am 16.Dezember 2012 an. Das Abenteuer Lesenacht der Klasse 7d konnte beginnen. Aber was war das? Unser Schlaflager, der Kombisaal, war bereits besetzt. Das ging natürlich nicht – große Ratlosigkeit und draußen tobte der Sturm „Joachim“. Es schien fast so, als habe uns der Orkan fest im Griff: Der Wind blies um die Mauern des Schulgebäudes und hatte uns offensichtlich bereits vor Beginn der Veranstaltung die ganze Organisation ordentlich durchgewirbelt. Doch Frau Kasper, unsere Deutschlehrerin, und Frau Jacobs, die zweite betreuende Lehrerin, hatten die Lage schnell wieder unter Kontrolle und entschieden: „Wir ziehen um!“ Also ging es ins Hauptgebäude.

 Schließlich war es kurz nach 19 Uhr, als auch die letzten unserer Mitschüler das neue Schlaflager erreicht hatten. Das eifrige Aufblasen der Luftmatratzen, Ausrollen der Schlafsäcke und Herrichten der abenteuerlichsten Betten konnte beginnen. Und die ganze Zeit blieb die Frage: „Passen wir alle in diesen kleinen Raum?“. 

Endlich geschafft, alle waren drin -  dachten wir... aber da kam der Einspruch von Frau Kasper:“Das ist ja schön und gut, doch wo sollen Frau Jacobs und ich schlafen?“ Einen Stöhnen ging durch den Raum. Daran hatte niemand gedacht, also wurde noch einmal alles umgeräumt.

 Gegen 19.30 h war es dann endlich geschafft. Wir lagen zwar wie die Ölsardinen nebeneinander, aber gemütlich war es trotzdem. Alle kuschelten sich in ihre Decken, während Frau Kasper unsere Nachtlektüre austeilte. Was sie wohl für uns ausgesucht hatte?

 Es war ein Thriller mit dem Titel Novemberschnee von Jürgen Banscherus. Das passte ja gut: Novemberschnee im Dezembersturm – das Wetter schien also doch mit zu spielen. :-)

Novemberschnee ist ein mitreißender Krimi von einem großartigen Autoren. Wie schnell aus Freundschaft bitterer Ernst wird, merken Lina, Tom und Jurij, die Hauptfiguren des Buches, erst viel zu spät: Um sich ihren Traum von einem Leben in Australien zu verwirklichen, malen sie sich immer wieder den ganz großen Coup aus. Als sie eines Tages tatsächlich nach einem Banküberfall auf der Flucht sind, überschlagen sich die dramatischen Ereignisse.

 Nun lasen wir eine ganze Weile reihum beim Schein der Taschenlampen. Kein Murren und Meckern war zu hören, denn der Thriller fesselte sogar unsere Lesemuffel. Anschließend konnten wir bei einzelnen Aktivitäten unser kreatives Können unter Beweis stellen. Es gab z.B. die Möglichkeit eine besonders spannende Szene des Buches nach zu spielen oder die im Buch beschriebene Hütte der drei Jugendlichen in 3D nach zu bauen. Außerdem konnten wir auch in die Rolle der Polizei schlüpfen und anhand eines Stadtplans und einer Indizienkette unsere Ermittlungen zur Verfolgung der Bande aufnehmen. Anschließend präsentierten wir unsere Werke unseren Mitschülern.

 Gegen 23.30h ging es dann wieder zurück ins Matratzenparadies. Wir machten uns bettfertig und hatten die Wahl noch mit der Taschenlampe weiter zu lesen oder zu schlafen – letzteres war bei dem starken Gemurmel aber kaum möglich.

 02.00h (!!!): Auch die geduldigste Lehrerin muss mal ein Machtwort sprechen: „Jetzt seid endlich einmal ruhig!“ So kam es, dass man plötzlich eine Stecknadel fallen hören konnte und auch der Sturm hatte erfreulicherweise etwas nachgelassen. So blieb es bis auf einige „Schlafgeräusche“ ruhig...

... bis etwa 06.00h, dann ging's schon wieder rund. Total verschlafen und mit verwuschelten Haaren wurden noch Gruppenfotos geschossen – für die Mädchen der totale Horror. Danach durften wir uns  fertig machen und richteten die Klasse für das Frühstück her, welches einige Mütter dankenswerterweise für uns vorbereitet hatten.

Um 09.00h konnten die Eltern ihre Schützlinge wieder abholen. Für die meisten hieß es dann aber zu Hause: Ab ins Bett! :-)

 Mir persönlich hat die zweite Lesenacht unserer Klasse gut gefallen, da sie unsere Klassengemeinschaft gestärkt hat und wir viel miteinander gelacht haben. Außerdem hat der eine oder andere durch diese Erfahrung vielleicht etwas mehr Gefallen am Lesen gefunden.

 Fazit: Super, Frau Kasper, das sollten wir öfter machen. Vielen Dank sagt die Klasse 7d!

 Autorin: Annika Blaschke, 7d