< Schulzeitung "Am Stefansberg" 2016
Mittwoch, 17.05.2017 08:43 Alter: 185 Tage

Umweltaktion "Picobello"


Flaschen sammeln, Taschentücher aufheben, Verpackungen entsorgen – auch in diesem Jahr waren die Schüler des Merziger Gymnasiums am Stefansberg wieder beim „Frühjahrsputz für die Umwelt“ im Einsatz. Unter dem Namen „Saarland Piccobello“ wird diese Aktion jedes Frühjahr vom Entsorgungsverband Saar durchgeführt, das Umweltamt der Stadt Merzig ist im Merziger Raum für die Streckeneinteilung zuständig. Und so machte sich die Klasse 7a mit ihrem Erdkundelehrer Jürgen Neisius schon früh am Morgen auf die ihr zugeteilte Route vom „Eller Weg“ zur Kreuzbergkapelle und über das „Zappenpädchen“ vorbei an der Kreuzbergschule und dem Jüdischen Friedhof zurück zur Schule. Bei strahlendem Sonnenschein wartete auf die Schüler ein arbeitsintensiver, aber auch erlebnisreicher Vormittag mit einigen Überraschungen. Ausgestattet mit Handschuhen, blauen Abfallsäcken und Greifern waren die Jungs und Mädchen mit Feuereifer bei der Sache. „Wir hatten außerdem auch Heckenscheren und Handsägen dabei, mit denen wir uns bei engen Passagen den Weg ein wenig freischneiden konnten, um auch wirklich allen Müll entsorgen zu können“, wollte Lehrer Jürgen Neisius nichts dem Zufall überlassen und traf damit zudem genau den Geschmack seiner Schüler. „Es hat Spaß gemacht, gerade an verwucherten oder schwierigen Stellen den Müll aufzusammeln“, fand Siebtklässler Elias Krückemeier und Luca Thomas pflichtete ihm bei: „Es war toll, beim Müllsammeln in den Hängen rum zu klettern.“ Das Engagement der Schüler war so groß, dass sogar ein Wettbewerb um die vollsten Müllsäcke entbrannte. „Ich fand es sehr interessant, zu sehen, was andere Leute so einfach ohne zu zögern in die Umwelt schmeißen“, war Melissa Rexha bei manchem Fund wirklich schockiert. Jule Wannemacher gibt ein Beispiel: „Es gibt tatsächlich Leute, die Schuhe und Brotdosen in den Wald werfen.“ Und Klassenkamerad Veit Neises ergänzt: „Wir haben viele Alkoholflaschen gefunden, sogar eine Tüte mit einem Ölfilter, in dem sogar noch Öl war.“ Neben unzähligen Fastfood-Verpackungen, Kronkorken und Tüchern entdeckte die Klasse 7a auch zwei wilde Müllkippen, eine davon mit Farbeimern und Sperrmüll. Getoppt wurde das bei den Erzählungen der Schüler allerdings von einem ganz besonderen Highlight: „Wir haben einen offenen Rucksack im Wald gefunden, in dem eine gläserne Haschpfeife, ein Feuerwerkskörper und eine Pay-Back Karte waren.“, berichtet Michelle Hammenstede. Lehrer Jürgen Neisius vermutet: „Offenbar wurde das Gerät an Silvester benutzt und ging dabei zu Bruch. Nachdem alles aus dem Rücksack herausgenommen worden war, hat der Besitzer das Bündel wahrscheinlich vom ‚Eller Weg‘ in alter Gewohnheit über die Leitplanke geworfen. Pech für ihn, dass er seine Payback-Karte im Rucksack vergessen hat.“ Aber auch solche Funde konnten die gute Laune der Schüler nicht trüben. Hannes Brosius war wie seine Klassenkameraden von der Aktion hellauf begeistert: „Es war großartig, mit den Freunden zusammen im Wald sein zu dürfen und gleichzeitig etwas Gutes für die Umwelt zu tun.“ Wie gut trotz der schmutzigen und harten Arbeit die Stimmung bei den Siebtklässlern war, war auch deutlich zu hören: „Alle Mädchen aus der Klasse haben zusammen Lieder gesungen und wir haben alle viel gelacht.“, erzählt Lara Scheffer und freut sich über einen positiven Nebeneffekt: „Wir hatten keine Schule. Manchmal ist es auch schön, stattdessen im Wald zu klettern.“ Außerdem gab’s nach der Rückkehr zum Schulgebäude, einem ausgiebigen Händewaschen und einer nach dem Fund der Haschpfeife nötig gewordenen Drogenaufklärung auch noch eine Belohnung für den unermüdlichen Einsatz: Die Müllsammelaktion endete für die 7a mit einem Gang zur Eisdiele.