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Dienstag, 13.03.2018 18:36 Alter: 194 Tage

„Oscar"-Atmosphäre und roter Teppich am GaS


Die Neugierde ist groß, die Vorfreude spürbar am Merziger Gymnasium am Stefansberg (GaS). Nachdem sich sechs Schülerinnen der Englisch-AG im letzten Jahr beim Bundeswettbewerb Fremdsprachen mit ihrem Film „Magical Plate“ nicht nur den Sieg auf Landesebene gesichert hatten, sondern auch beim bundesweiten Finale in Dresden richtig abgeräumt und den Preis der Schüler-Jury sowie den Preis für den besten mehrsprachigen Film gewonnen hatten, geht die Gruppe in diesem Jahr mit einem neuen Projekt an den Start. „Love ist love“ lautet der Titel des aktuellen Wettbewerbsfilms, den bislang nur die Schüler selbst und Schulleiter Albert Ehl kennen. „Im letzten Jahr war unser Thema eine internationale Koch-Show. Da hat es sich angeboten, in diesem Jahr wieder eine Show zu verfilmen“, gibt Talya Tongucer aus der 10b erste Einblicke. Klassenkameradin Lena Lafitte konkretisiert: „Bei ‚Magical Plate‘ haben wir verschiedene Nationen auf den Arm genommen. Im Zuge dessen sind wir beim Ideensammeln für unseren neuen Film schnell auf die unterschiedlichen Frauenbilder gekommen – von Emanze über Tussi bis hin zur Öko-Tante. Und so hat sich die Idee einer Dating-Show entwickelt.“ Und da bei einer Dating-Show auch das männliche Geschlecht nicht fehlen darf, haben Talya Tongucer, Lena Lafitte, Amélie Daub und Alisha Berger in diesem Jahr Verstärkung bekommen: Engincan Köken und Niko Becker, beide ebenfalls aus der Klasse 10b, sind neu in der Wettbewerbsgruppe. „Die Mädels hatten in letzten Jahr beim Film-Dreh in der Englisch-AG immer richtig viel Spaß. Das hat uns motiviert, auch mitzumachen, obwohl wir bis dahin noch überhaupt keine schauspielerischen Erfahrungen gemacht hatten“, musste Engincan von seinen charmanten Mitschülerinnen nicht lange umgarnt werden. Ähnlich verhält es sich auch im Film: Dort sprechen die zu verkuppelnden Damen und Herren allerdings gleich sechs verschiedene Sprachen: es wird auf Englisch, Französisch, Spanisch, Lateinisch, Türkisch und sogar Chinesisch geturtelt und geflirtet. Der chinesische Part hat einen weiten Weg hinter sich. Schülerin Mulan-Sophia Zheng, selbst Halbchinesin, besucht gerade während eines Auslandsjahres eine Schule in China und hat von dort aus mitgearbeitet. „Obwohl Mulan in China ist, ist sie uns treu geblieben. Sie hat uns einen Clip auf Chinesisch geschickt, den wir in den Film eingebaut haben.“, freut sich Talya über den Zusammenhalt der Gruppe – auch über eine Distanz von rund 8000 Kilometern. Insgesamt haben die Schüler versucht, ihre Erfahrungen der letzten Jahre in den Film mit einzubringen. „Beim Bundessprachenfest in Dresden mussten wir unseren Film über die Koch-Show als Theaterstück aufführen. Dabei haben wir viel gelernt.“, glaubt Talya, dass sich die Gruppe durch ihren Auftritt in Dresden noch weiter verbessern konnte. Das will das Team im neuen Film unter Beweis stellen. Nach Monaten der Vorbereitung, in denen die Story entwickelt und das Drehbuch geschrieben wurde, standen am Ende zwei Drehtage, bis schließlich alles im Kasten war. Und hier war auch Schulleiter Albert Ehl, der seit Jahren die Englisch-AG leitet und der Gruppe mit Rat und Tat zur Seite steht, gefordert: „Weil die Schüler alle als Schauspieler im Einsatz waren, musste ich als Kameramann einspringen. Als ich an Silvester eine Mail bekam und mir eines der Mädchen mitgeteilt hat, dass am nächsten Tag, also an Neujahr, ab morgens früh gedreht wird, weil sonst kein Termin zu finden war, an dem alle konnten, gab’s natürlich auch für mich keine Schonung.“ Bis Mitte Februar hatten die Schüler anschließend Zeit, das Filmmaterial zu schneiden und den fertigen Film beim Wettbewerb einzureichen. Nach den jüngsten Erfolgen sind die Erwartungen der Stefansberg-Schüler wieder sehr hoch: „Ich hoffe, dass wir wieder soweit kommen wie im vorigen Jahr.“, ist Amélie zuversichtlich, „aber auch wenn wir es nicht schaffen, hat sich der Aufwand gelohnt, weil es wieder viel Spaß gemacht hat und wir richtig viel gelernt haben.“ Egal also, wie die Jury entscheidet, Amélie und ihre Mitschüler sind mit ihrem neusten Werk durchaus zufrieden: „Wir haben dieses Jahr noch mehr schauspielerische Elemente und viel Comedy eingebaut. Der Film ist also lustig, allerdings mit einem durchaus ernsten Ende.“ Mehr verrät die Zehntklässlerin bewusst noch nicht, schließlich will sie die Schüler und Lehrer des Gymnasium am Stefansberg, aber auch Eltern, Großeltern und Geschwister noch bis Freitag, den 16. März 2018, auf die Folter spannen. Dann wird „Love is love“ in einer Premierenfeier ab 18.30 in der Aula des Gymnasiums am Stefansberg erstmals der Öffentlichkeit präsentiert und dabei dürfen natürlich auch einige „Outtakes“ nicht fehlen. Der Eintritt ist frei, der rote Teppich ausgerollt.